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Warum Cristiano Ronaldo 2026 suspendiert wurde – und was das für Portugal bedeutet
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Warum Cristiano Ronaldo 2026 suspendiert wurde – und was das für Portugal bedeutet

Warum der portugiesische Verband Cristiano Ronaldo im Oktober 2026 vorläufig suspendierte: der Platzverweis, der die Maßnahme auslöste, die Regelung in Artikel 160 mit einer Spanne von einem bis sechs Monaten und die Auswirkungen einer Sperre auf Portugals Spiele im November und das Viertelfinale im März 2027.

Am 9. Oktober 2026 eröffnete der portugiesische Fußballverband (FPF) ein dringendes Disziplinarverfahren gegen Cristiano Ronaldo und suspendierte ihn vorläufig von der Nationalmannschaft. Das Verfahren wurde von der nichtprofessionellen Abteilung des Disziplinarrats des FPF (Conselho de Disciplina) eröffnet. Anlass ist sein Verlassen des Teams am 30. September: Ronaldo, Kapitän Portugals und 41 Jahre alt, verließ während eines Nations-League-Fensters in Kopenhagen die Mannschaft, am Tag vor dem Spiel gegen Dänemark. Nach den Disziplinarregeln des FPF wird ein Spieler, der die Nationalmannschaft ohne Rechtfertigung verlässt, mit einer Sperre von einem bis sechs Monaten bestraft. Eine endgültige Sanktion oder deren Dauer wurde noch nicht bekannt gegeben. Die Sperre gilt ausschließlich für Einsätze in der Nationalmannschaft. Ronaldo spielte weiter für seinen saudi-arabischen Klub Al-Nassr und erzielte für diesen am Tag der Verfahrenseröffnung ein Tor. FPF-Präsident Pedro Proença sagte, er erwarte, dass Ronaldo in der Länderspielpause im November zurückkehre.

Was ist zwischen Ronaldo und Jorge Jesus vorgefallen?

Jorge Jesus, 72, gab am 18. September seinen ersten portugiesischen Kader bekannt und berief Ronaldo für die Spiele der Nations-League-Gruppe A4 gegen Wales, Norwegen und Dänemark. Jesus hatte Ronaldo in der vorangegangenen Saison bei Al-Nassr trainiert, wie die deutsche Nachrichtenagentur dpa berichtete. Ronaldo sagte später, sie hätten für das Länderspielfenster einen Belastungsplan vereinbart: Er sollte die Heimspiele bestreiten und bei den beiden Auswärtsspielen pausieren, aber mit der Mannschaft reisen. Am 27. September besiegte Portugal in Oslo Norwegen mit 2:1; João Félix und Gonçalo Ramos erzielten die Tore. Ronaldo wärmte sich auf, kam aber nicht zum Einsatz. Le Figaro und La Vanguardia berichteten, es sei das erste Mal seit 2008 gewesen, dass er bei Portugal als Einwechselspieler ohne Einsatz auf der Bank gesessen habe. Anschließend applaudierte er nicht gemeinsam mit seinen Teamkollegen den mitgereisten Fans.

In Dänemark verschärfte sich der Konflikt. RTP berichtete, Ronaldo habe am 29. September im Hotel-Fitnessraum trainiert und nicht mit der Mannschaft. Am 30. September ließ Proença das Spiel der portugiesischen U21 gegen Gibraltar in Ponta Delgada aus und flog zu Krisengesprächen nach Kopenhagen. Später an diesem Tag, nach der Pressekonferenz von Jesus vor dem Spiel, verließ Ronaldo das Trainingslager. AFP berichtete, er habe erfahren, dass er gegen Dänemark nicht in der Startelf stehen würde, und dpa meldete, er sei mit einem Privatjet abgereist. Portugal gewann am 1. Oktober in Kopenhagen ohne ihn mit 4:2. Rafael Leão trug sein Trikot mit der Nummer 7.

Cristiano Ronaldo, Kapitän Portugals
Foto: Karar

Am 4. Oktober besiegte Portugal Norwegen in Porto mit 2:1. João Cancelo und Gonçalo Ramos erzielten die Tore. Damit qualifizierte sich Portugal zwei Gruppenspiele vor Schluss für das Viertelfinale. Jesus ließ danach die Tür offen. Er sagte, Ronaldo werde für seinen nächsten Kader infrage kommen, solange er noch für Al-Nassr spiele. Er bezeichnete den Vorfall als Missverständnis und sagte, die Entscheidung sei Ronaldos gewesen. Wenn dieser zurückkehren wolle, werde er zurückkehren. Vizekapitän Bruno Fernandes nannte Ronaldo das „größte Symbol“ der Mannschaft und rief dazu auf, keine Partei zu ergreifen. Ronaldos Schwester Elma Aveiro griff den Verband auf Instagram an, und Fans versammelten sich vor dem FPF-Hauptsitz.

Am Abend des 6. Oktober schilderte Ronaldo seine Sicht der Dinge in einer rund 2.000 Wörter langen Erklärung auf Instagram. Er sagte, Jesus habe ihm mitgeteilt, dass er in Oslo etwa 30 Minuten spielen werde, ihn dann aber auf der Bank gelassen. Außerdem sagte er, Jesus habe zugesagt, bei einer Pressekonferenz eine Klarstellung in acht Punkten vorzulesen, was jedoch wie versprochen nicht geschehen sei. Seiner Darstellung zufolge habe der Trainer zweimal sein Wort gebrochen. Zudem enthüllte er, nach der Weltmeisterschaft 2026 einen Rücktrittsbrief geschrieben zu haben, von dem Proença ihn abgebracht habe. Er entschuldigte sich bei seinen Teamkollegen und den Fans und erklärte, allein für sein Verlassen des Teams verantwortlich zu sein. Er bat den FPF, ihn ohne Nachsicht zu bestrafen, und sagte, seine Position als Kapitän spreche gegen ihn. Er werde nicht zurücktreten und nach einer etwaigen Sperre wieder zur Verfügung stehen, sofern er fit sei und für seinen Klub spiele. Auf Nachfrage sagte Jesus am 7. Oktober lediglich, er habe die Erklärung gelesen und werde sich nun der Arbeit mit der Mannschaft widmen. Die Daily Mail berichtete unabhängig davon, Ronaldo werde nicht zurückkehren, solange Jesus im Amt sei. Dieser Bericht widerspricht Ronaldos eigener öffentlicher Aussage; keine der beiden Seiten hat ihn bestätigt.

Warum genau wurde Ronaldo gesperrt, und von wem?

In der offiziellen Mitteilung heißt es, das Verfahren untersuche, ob die dem Disziplinarrat am 7. Oktober 2026 gemeldeten Sachverhalte disziplinarrechtlich relevant seien. Wer sie gemeldet hat, wird nicht genannt. Nach Artikel 160 der Disziplinarordnung des FPF, wie A Bola und RTP zitieren, droht einem ordnungsgemäß einberufenen Spieler, der ohne Rechtfertigung Aktivitäten der Nationalmannschaft verlässt oder ihnen fernbleibt, eine Sperre von einem bis sechs Monaten. Profis können zudem mit fünf bis zehn Rechnungseinheiten (UC) belegt werden, also etwa 510 bis 1.020 Euro bei 102 Euro pro Einheit. Absatz 2 desselben Artikels sieht vor, dass die Sperre automatisch greift, sobald ein Spieler fehlt oder das Team verlässt. Das bedeutet, dass Ronaldo seit dem 30. September gesperrt war, noch bevor ein Verfahren eröffnet wurde. Mit der Entscheidung vom 9. Oktober wurde diese automatische Maßnahme in eine nicht automatische vorsorgliche Sperre umgewandelt. Sie gilt bis zur Entscheidung im Verfahren. Der Rat stufte den Fall als dringend ein. Am 10. Oktober leitete er die Akte an die Untersuchungskommission für Disziplinarverfahren des FPF (Comissão de Instrução Disciplinar) weiter und schloss eine Veröffentlichung bis zum Ende der Untersuchung aus; Fortschrittsberichte sind daher nicht zu erwarten. Die Maßnahme ist selbst keine Strafe. Der Anwalt Gonçalo Almeida, Richter am Fußballgericht der FIFA, sagte A Bola, die bereits verbüßte Zeit werde auf eine etwaige endgültige Sanktion angerechnet.

Wie lange könnte die Sperre dauern?

Die Disziplinarordnung sieht eine Spanne von einem bis sechs Monaten vor. Eine Analyse von A Bola verweist auf Artikel 244: Ein umfassendes und vorbehaltloses Geständnis halbiert beide Grenzen, und Ronaldo hat das Verlassen des Teams öffentlich eingeräumt. Sollte der Rat dies als Geständnis anerkennen, würde die Mindeststrafe auf 15 Tage und eine Geldbuße von 255 Euro sinken. Die Kapitänsrolle gilt als erschwerender Umstand. Ein tadelloser Disziplinarverlauf und Verdienste um den Fußball sprechen zu seinen Gunsten. Es gibt nur wenige Präzedenzfälle. Der bekannteste ist Ricardo Carvalho, der 2011 für ein Jahr von allen Aktivitäten der Nationalmannschaft ausgeschlossen wurde, nachdem er ein Trainingslager verlassen hatte. Flashscore und A Bola berechneten zwei Szenarien, ausgehend vom 30. September. Eine einmonatige Sperre würde am 30. Oktober enden, vor den November-Spielen. Eine sechsmonatige Sperre würde bis zum 30. März 2027 dauern und ihn von den Viertelfinalspielen im März ausschließen. Die Sperre gilt nur für die Nationalmannschaft. Ronaldo kehrte am 9. Oktober, dem Tag der Verfahrenseröffnung, für Al-Nassr auf den Platz zurück und erzielte beim 3:0-Sieg gegen Al-Diriyah in der Saudi Pro League sein 980. Karrieretor. Für Portugal hält er die Rekorde mit 234 Länderspielen und 146 Toren (dpa).

Cristiano Ronaldo, Portugals Rekordnationalspieler und Toptorschütze
Foto: Marca ES

Wie geht es für Portugal und Ronaldo weiter?

Portugal hat alle vier Spiele der Gruppe A4 gewonnen: 1:0 gegen Wales in Lissabon, 2:1 in Oslo, 4:2 in Kopenhagen und 2:1 gegen Norwegen in Porto. Gonçalo Ramos traf in allen drei Spielen, die Ronaldo verpasste. Die verbleibenden Partien sind Portugal gegen Dänemark am 14. November in Braga und Wales gegen Portugal am 17. November in Cardiff. Das Viertelfinale findet im März 2027 statt, die Endrunde im Juni 2027. Proença sagte am 10. Oktober, der Verband, der Trainer und die Spieler wollten Ronaldo zurück, und er erwarte dessen Rückkehr im November-Länderspielfenster. Zunächst müssen zwei Dinge geschehen: Der Disziplinarrat muss entscheiden, und Jesus muss Ronaldo nominieren. In der Mitteilung wird kein Entscheidungstermin genannt. Auch ein Berufungsverfahren ist nicht aufgeführt; da noch keine Sanktion verhängt wurde, gibt es nichts anzufechten. Ronaldo hat öffentlich um eine Bestrafung gebeten. Daher ist unklar, ob er gegen die Entscheidung vorgehen würde.

Zeitleiste: 27. Sep.: In Oslo ohne Einsatz auf der Bank. 29. Sep.: Trainiert allein im Hotel-Fitnessraum. 30. Sep.: Verlässt das Trainingslager in Kopenhagen; automatische Sperre gemäß Art. 160 Abs. 2. 1. Okt.: Portugal gewinnt in Dänemark mit 4:2. 4. Okt.: Portugal gewinnt gegen Norwegen mit 2:1 und qualifiziert sich; Jesus sagt, Ronaldo könne zurückkehren. 6. Okt.: Ronaldos Erklärung. 7. Okt.: Sachverhalte werden dem Disziplinarrat gemeldet. 9. Okt.: Verfahren eröffnet, vorsorgliche Sperre, Einstufung als dringender Fall. 10. Okt.: Akte an die Untersuchungskommission weitergeleitet; Proença erwartet Ronaldos Rückkehr im November. 14. und 17. Nov.: letzte Gruppenspiele gegen Dänemark und Wales.

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