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Starships Weg in den Orbit 2026: Jeder Testflug und was Flug 14 bewies

Starships Weg in den Orbit 2026: Jeder Testflug und was Flug 14 bewies

Ein Überblick über die Testflüge von SpaceX’ Starship von 2023 bis zu seinem ersten Orbitalflug am 28. September 2026, darüber, was Flug 14 bewies und was nicht, sowie über die nächsten Meilensteine.

Am 28. September 2026 erreichte Starships 14. integrierter Testflug erstmals eine Erdumlaufbahn. Der Start erfolgte von Starbase in Südtexas. Die Oberstufe setzte in etwa 270 bis 275 Kilometern Höhe 26 Starlink-V3-Satelliten aus. Weil sich beim Aufstieg ein Triebwerk vorzeitig abschaltete, ließen die Flugkontrolleure das Raumschiff jedoch nach rund drei Stunden zurückkehren, statt die geplante zehnstündige Mission mit sechs Erdumrundungen fortzusetzen. Der Flug ist von Bedeutung, weil sowohl die Mondlandungen im Rahmen des NASA-Programms Artemis als auch SpaceX’ Starlink-Netz der nächsten Generation und der Plan des Unternehmens, die Falcon 9 aus dem Dienst zu nehmen, davon abhängen, dass Starship routinemäßig im Orbit eingesetzt werden kann – etwas, das die 13 vorangegangenen suborbitalen Tests seit April 2023 nicht gezeigt hatten.

Was ist Starship?

Starship ist ein zweistufiges, vollständig wiederverwendbares Trägersystem. Die erste Stufe, Super Heavy, ist mit 33 Raptor-Triebwerken ausgestattet; die Oberstufe, ebenfalls Starship oder einfach Ship genannt, hat sechs. Zusammen erreichen die beiden Stufen in der aktuellen Version 3 (V3) laut Associated Press eine Höhe von rund 124 Metern (407 Fuß). AFP bezeichnet das System als das größte und leistungsstärkste jemals geflogene Objekt. SpaceX zufolge ist es darauf ausgelegt, rund 100 Tonnen in den Orbit zu befördern. Beide Stufen sollen zurückkehren: Super-Heavy-Booster wurden bereits von den mechanischen „Essstäbchen“-Greifarmen des Startturms aufgefangen, und SpaceX will auch das Ship auf dieselbe Weise bergen.

Jeder Starship-Testflug, 2023–2025

Flug 1 (20. April 2023) verlor die Kontrolle und wurde wenige Minuten nach dem Start durch das Flugabbruchsystem zerstört; die Startrampe wurde schwer beschädigt. Flug 2 (18. November 2023) erreichte erstmals eine Trennung im Heißstartverfahren, doch beide Stufen gingen verloren. Flug 3 (14. März 2024) absolvierte einen Schub der Oberstufe über die volle geplante Dauer und übertrug Treibstoff zwischen zwei Tanks desselben Raumschiffs, zerbrach dann aber beim Wiedereintritt. Flug 4 (6. Juni 2024) brachte beiden Stufen ihre ersten kontrollierten Wasserungen. Bei Flug 5 (13. Oktober 2024) wurde erstmals ein Super-Heavy-Booster vom Startturm aufgefangen; Flug 6 (19. November 2024) beendete die Ära von Version 1 mit einer kontrollierten Wasserung im Indischen Ozean. Für das Ship der Version 2 verlief es schwieriger: Bei den Flügen 7 (16. Januar 2025) und 8 (6. März 2025) wurden die Booster aufgefangen, doch die Ships gingen infolge von Lecks und Triebwerksabschaltungen verloren. Flug 9 (27. Mai 2025), bei dem erstmals ein Booster wiederverwendet wurde, endete mit dem Verlust beider Stufen. Die Flüge 10 (26. August 2025) und 11 (13. Oktober 2025) verliefen reibungslos: Die Ships setzten Starlink-Simulatoren aus, zündeten im Weltraum ein Raptor-Triebwerk erneut und landeten wie geplant im Meer.

Eine Starship-Oberstufe nach einem Testflug, der mit einer Wasserung im Indischen Ozean endete
Foto: BBC News

2026: Version 3 und der Flug in den Orbit

Version 3 kam bei Flug 12 am 22. Mai 2026 erstmals zum Einsatz – einen Tag nach einem wegen technischer Probleme abgebrochenen Startversuch und Wochen vor dem Börsengang von SpaceX im Juni, dem größten der Geschichte. Das Ship erreichte den Weltraum und setzte seine Nutzlast aus, doch ein Raptor schaltete sich vorzeitig ab. Damit war die geplante erneute Zündung im Weltraum nicht möglich; der Booster schlug mit hoher Geschwindigkeit im Golf von Mexiko auf. Flug 13 wurde am 16. Juli beim Zündvorgang automatisch abgebrochen – Elon Musk schrieb, einige Triebwerke hätten nicht gezündet – und startete am 24. Juli. Das Ship setzte auf einer suborbitalen Flugbahn 20 Starlink-V3-Satelliten aus, die wie geplant verglühten, zündete im Weltraum ein Triebwerk erneut und landete nach einer Stunde und fünf Minuten unversehrt im Indischen Ozean. Der Booster stürzte erneut ab, nachdem die Landebremsung nicht vollständig durchgeführt worden war. Ende August barg SpaceX das Ship von Flug 13 aus dem Meer nahe der Weihnachtsinsel. Laut AP war es die bislang größte Bergungsaktion des Unternehmens. Die AP berichtet, dass die Untersuchungsergebnisse zu Änderungen am Hitzeschild des nächsten Ships führten.

Flug 14 startete am 28. September gegen 7.50 Uhr Ortszeit in der Central Time Zone. Eines der 33 Triebwerke von Super Heavy und eines der sechs Triebwerke des Ships schalteten sich vorzeitig ab. Der Booster schloss seinen Aufstieg dennoch ab und wasserte wie geplant im Golf; ein Auffangversuch war nicht vorgesehen. Die Flugkontrolleure erwogen, auf den Orbitalflug zu verzichten, genehmigten ihn dann aber doch. Rund 26 Minuten nach dem Start meldete die Missionskontrolle von SpaceX: „Starship ist im Orbit.“ Alle 26 Satelliten wurden ausgesetzt und nahmen laut SpaceX Kontakt zum Netzwerk auf. Aus „überbordender Vorsicht“ leitete das Team nach fast zwei Erdumrundungen den Deorbit ein. Die Berichte zu den Einzelheiten weichen voneinander ab: Via Satellite gibt eine Flugdauer von drei Stunden und neun Minuten an; AP verortet die Wasserung nördlich von Hawaii statt im geplanten Gebiet nahe Chile. Medien wie Live Science und Welt berichteten, das Ship sei nach der Wasserung explodiert. AP zufolge kippte es um und ging in Flammen auf.

Warum ist der Orbit eine wichtige Etappe, und was ist noch nicht bewiesen?

Drei Programme hängen davon ab. Erstens sind die Starlink-V3-Satelliten zu groß für die Falcon 9. Von AP zitierte Zahlen beziffern die Übertragungskapazität jedes Satelliten auf rund ein Terabit pro Sekunde – etwa zehnmal so viel wie die Kapazität der bestehenden Konstellation. Der SpaceX-Kommentator Dan Huot sagte, die Nutzlast von Flug 14 entspreche der Bandbreite von etwa 20 Falcon-9-Starts. Zweitens geht es um die Mondpläne der NASA: Nach einer Umstrukturierung im Februar 2026 wurde Artemis III zu einem bemannten Testflug in eine Erdumlaufbahn im Jahr 2027. An Bord sollen Kommandant Randy Bresnik, der ESA-Pilot Luca Parmitano, Andre Douglas und Frank Rubio sein. Orion soll dabei an Starship und an Blue Origins Blue Moon andocken. Die erste Landung wurde auf Artemis IV im Jahr 2028 verschoben und soll mit dem Lander erfolgen, der zuerst einsatzbereit ist. Drittens muss ein für den Mond bestimmtes Starship im Orbit durch eine Reihe von Tankflügen betankt werden. Häufig genannte Schätzungen gehen von rund zehn Flügen aus; eine Treibstoffübertragung von einem Raumschiff auf ein anderes wurde bislang noch nicht erprobt.

Die Lücken sind weiterhin erheblich. Ein Bericht der Aufsichtsbehörde vom März 2026 stellte fest, dass SpaceX mit seinem Lander hinter dem Zeitplan liegt, wie Scientific American anmerkte. Auch das vollständige zehnstündige Missionsprofil wurde nicht geflogen. Die französische Wirtschaftswochenzeitung Challenges argumentierte, der teilweise erfolgreiche Flug könne das Vertrauen der Anleger beeinträchtigen. Kathleen Curlee vom CSET der Georgetown University sagte AFP dagegen, aus ingenieurtechnischer Sicht sei es ein Erfolg, Flugdaten zu gewinnen. Musk sagte, SpaceX gehe „äußerst vorsichtig“ vor, weil ein Auseinanderbrechen über Land kostspielig wäre. Auch die Aufsichtsbehörden äußerten sich: Laut Aviation Week erteilte die FAA die Genehmigung für den ersten Orbitalflug wenige Tage vor dem Start, nachdem der Wechsel von suborbitalen Flugprofilen eine aktualisierte Lizenz erforderlich gemacht hatte. Bis zum 11. Oktober fanden wir keine öffentliche Stellungnahme der FAA zu Ermittlungen wegen eines Zwischenfalls bei Flug 14.

Eine geborgene Starship-Oberstufe wird nach ihrer Bergung aus dem Meer abtransportiert
Foto: Independent

Wie geht es mit Starship weiter?

Die folgenden Meilensteine sind mit Stand vom 11. Oktober 2026 allesamt vorläufig: Flug 15 – frühestens am 19. Oktober von der zweiten Startrampe in Starbase; Berichten zufolge mit Booster 22 und Ship 42. Musk bezifferte die Wahrscheinlichkeit, dass erstmals ein Ship vom Turm aufgefangen wird, auf „mindestens 50 oder 60 Prozent“. SpaceX hat weder Termin noch Flugprofil bestätigt. Flug 16 – Planungsdokumente deuten auf den ersten Starship-Start vom Kennedy Space Center in Florida, von der Rampe LC-39A, hin. Die darin genannten Termine widersprechen sich jedoch. Wiederverwendung eines Ships – Sollte ein Auffangversuch gelingen, will SpaceX das Ship laut AP bis Ende des Jahres oder Anfang 2027 erneut fliegen lassen. Treibstofftransfer – Die erste Demonstration eines Transfers von einem Raumschiff auf ein anderes ist frühestens für Ende 2026 vorgesehen. Artemis III – Andocktest in einer Erdumlaufbahn mit Starship und Blue Moon, 2027 (die NASA hat Mitte bis Ende 2027 genannt). Artemis IV – erste bemannte Landung, frühestens 2028. Starbase Louisiana – ein am 25. August 2026 angekündigter Standort im Wert von 100 Milliarden Dollar; Baubeginn 2027, erster Start für 2029 angepeilt.

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