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Platzt die KI-Blase? Warum Aktien und Gold im Oktober 2026 fielen
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Platzt die KI-Blase? Warum Aktien und Gold im Oktober 2026 fielen

Was am 29. und 30. Oktober 2026 fiel, warum Alphabet, Intel und Amazon die Börsen erschütterten, warum auch Gold nachgab, ob es ein Crash oder eine Korrektur ist und welche Rolle der Iran-Krieg spielt.

Nach den üblichen Maßstäben nicht, doch der KI-Handel steht unter echtem Druck. Schwache Zahlen von Alphabet, Intel und Amazon lösten am 29. und 30. Oktober 2026 den heftigsten Ausverkauf von US-Technologiewerten seit Juni aus: Am Freitag, dem 30. Oktober, fiel der Nasdaq Composite um 2,86 % und der S&P 500 um 1,82 %. Trotzdem lag der S&P 500 nur rund 3–4 % unter seinem Rekord, weit entfernt von den 10 %, ab denen man von einer Korrektur spricht.

Gold bot keinen Schutz. Der Spotpreis fiel am 30. Oktober um 3,6 % auf rund 3.876 Dollar je Unze, den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr, weil steigende Ölpreise die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung in den USA neu belebten. Keiner der großen Marktberichte führte den Ausverkauf auf Angst vor einem neuen Krieg zurück; genannt wurden Unternehmenszahlen, KI-Ausgaben und Zinsen.

Was fiel am 29. und 30. Oktober?

Alphabet gab am Donnerstag, dem 29. Oktober, den Ton an. Die Google-Mutter verfehlte die Umsatzerwartungen, weil das Werbegeschäft langsamer wuchs, und räumte laut Financial Times ein, dass ihr KI-Modus der klassischen Suche schadet. Die Aktie fiel um 12–13 % und verlor rund 500 Milliarden Dollar an Börsenwert – der schlechteste Handelstag der Firmengeschichte.

Der Freitag brachte mehr. Intel verlor nach einer schwachen Prognose für das vierte Quartal rund 29 %, der schlechteste Tag seit 1974; hohe Speicherchip-Preise belasten laut Konzern die PC-Nachfrage. Amazon gab um etwa 1,5–2 % nach, nachdem der Quartalsgewinn um 2,4 % sank und der freie Cashflow über zwölf Monate mit rund 42 Milliarden Dollar ins Minus drehte. Nvidia fiel um 4,2 %, Reddit um 24 %.

Zum Handelsschluss am Freitag stand der Nasdaq bei 25.437 Punkten (−2,86 %), der S&P 500 bei 7.580 (−1,82 %) und der Dow Jones bei 51.770 (−1,09 %). Über den ganzen Oktober verlor der Nasdaq rund 5 %, der schwächste Monat seit März 2025, und der Nasdaq-100 steuerte auf einen Wertverlust von mehr als 2 Billionen Dollar zu.

Sind die Börsen überall gefallen?

Asien traf es zuerst. Am 30. Oktober fiel der japanische Nikkei 225 um etwa 2,1–2,4 %, der südkoreanische Kospi um bis zu 5 %, sodass die Börse in Seoul einen „Sidecar“ auslöste, der Programmverkäufe kurz aussetzt. Festlandchinesische Aktien lagen 0,7–1,4 % im Minus; Hongkong ging den umgekehrten Weg: Der Hang Seng schloss 1,46 % höher bei 23.294 Punkten.

Europa blieb ruhiger. Der DAX verlor 0,9 % auf 25.808 Punkte, schloss den Oktober aber dennoch 2,5 % höher. Der Mailänder FTSE MIB fiel um 1 % auf rund 49.500 Punkte, der Madrider IBEX 35 um 1,09 % unter 18.700, belastet von Banken. Der Istanbuler BIST 100 fiel um 3,64 % auf 10.759,56 Punkte, ein Wochenminus von 3,22 %, in einem Markt, den der türkische Fondsskandal bereits erschüttert hatte; die Aufsicht SPK verlängerte ihre Beschränkungen für Kredithandel bis zum 13. November.

Alphabet, der Mutterkonzern von Google, verlor am 29. Oktober 2026 rund 500 Milliarden Dollar an Börsenwert
Photo: Insider

Warum sorgen sich Anleger über die KI-Ausgaben?

Der rote Faden ist der Zweifel, ob sich das Geld, das in künstliche Intelligenz fließt, bald auszahlt. J.P. Morgan beziffert die weltweiten KI-Investitionen auf 900 Milliarden Dollar im Jahr 2026 und 5,5 Billionen bis 2030; Morgan Stanley erwartet für 2027 KI-Infrastrukturausgaben von über 1 Billion Dollar. Laut J.P.-Morgan-Analysten entsprechen die diesjährigen Ausgaben von Amazon, Alphabet, Meta, Oracle und Microsoft in etwa allem, was sie seit dem Start von ChatGPT im November 2022 ausgegeben haben.

Immer mehr davon wird mit Schulden finanziert: Meta plant laut Investing.com eine Kapitalaufnahme von 97,5 Milliarden Dollar, Microsoft eine Anleihe von rund 25 Milliarden. Nicht alle Zahlen enttäuschten: Microsoft meldete dank starker Cloud-Nachfrage 19 % mehr Umsatz – ein Zeichen, dass Anleger zwischen Firmen unterscheiden, die mit KI verdienen, und solchen, die vor allem dafür ausgeben.

Crash, Korrektur oder platzende Blase?

Nach gängiger Börsenkonvention ist eine Korrektur ein Rückgang um 10 % vom Hoch, ein Bärenmarkt einer um 20 %. Der Rutsch Ende Oktober bleibt für den breiten US-Markt deutlich unter beiden Schwellen. Der Volatilitätsindex VIX, oft „Angstbarometer“ der Wall Street genannt, stieg am Freitag um 13 % auf 19,4.

Lauter sind die Blasen-Warnungen anderswo. Ein Index chinesischer KI- und Chipaktien fiel laut Reuters binnen vier Monaten um rund 40 %; die Financial Times sprach von einer KI-Blase, die in China bereits geplatzt sei. Die Zeit schrieb, die Frage sei nicht mehr, ob die KI-Blase platzt, sondern wann. Dagegen sagte John Bilton von JPMorgan Asset Management, das Wachstum sei vielleicht überschätzt worden, werde aber nicht negativ, und Foxconn erklärte, keine KI-Blase zu sehen.

Warum fiel Gold, als die Aktien fielen?

Gold steigt meist, wenn Anleger verunsichert sind, wirft aber keine Zinsen ab und leidet daher, wenn Zinserhöhungen erwartet werden. Der Spotpreis schloss am 30. Oktober bei 3.875,55 Dollar, 6,8 % weniger als zu Monatsbeginn und deutlich unter den Rekordständen von Ende Januar. Die US-Notenbank Fed hob die Zinsen im September erstmals seit mehr als drei Jahren an, ließ sie am 28. Oktober unverändert, und Vertreter wie die Präsidentin der Dallas Fed, Lorie Logan, haben weitere Erhöhungen signalisiert.

Sicherheit suchendes Geld floss stattdessen in US-Staatsanleihen und den japanischen Yen: Die Rendite zehnjähriger Treasuries sank von 4,98 % auf 4,93 %. Auch Kryptowährungen boten keinen Schutz. Ein Diebstahl von rund 6,3 Milliarden Dollar bei der Börse Binance, den Ermittler einer nordkoreanischen Hackergruppe zuschreiben, drückte Bitcoin um etwa 3 % auf rund 76.600 Dollar.

Goldbarren; der Spotpreis fiel am 30. Oktober 2026 unter 3.900 Dollar je Unze, den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr
Photo: Ekonomim

Bereitet sich die Welt auf einen Krieg vor?

Die Marktberichte von AP, Yahoo Finance, Investing.com und den europäischen Börsen nannten keine Angst vor einem neuen Krieg als Ursache des Ausverkaufs. Der Krieg, der die Märkte tatsächlich belastet, ist der bestehende: Seit die USA und Israel am 28. Februar 2026 Iran angriffen, ist der Verkehr durch die Straße von Hormus, über die etwa ein Fünftel des Weltöls läuft, trotz einer im April vereinbarten Waffenruhe immer wieder gestört.

Im Oktober trieben iranische Angriffe auf Schiffe und Berichte, Washington könnte nach den US-Zwischenwahlen erneut angreifen, die Ölsorte Brent um rund 12 % auf etwa 112–115 Dollar je Barrel. Teureres Öl heizt die Inflation an, und Inflation nährt Zinserwartungen – dieselbe Kette, die Gold nach unten zog. Gold, die klassische Absicherung gegen Krieg, fiel, statt zu steigen.

Wie geht es weiter?

Wichtige Termine: 3. November – US-Zwischenwahlen, nach denen laut Berichten Angriffe auf Iran wieder aufgenommen werden könnten. 13. November – die verlängerten türkischen Beschränkungen für Kredithandel sollen enden. 8.–9. Dezember – nächste Sitzung der Fed, bei der die Märkte eine weitere Zinserhöhung erwarten. Danach werden die nächste Runde der Tech-Bilanzen und der geplante Börsengang von Anthropic zeigen, ob Anleger noch bereit sind, für KI-Wachstum zu zahlen.

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